Stadtimkerei Okerbienen

so schmeckt Braunschweig
 


Mit den Bienen durch das Jahr  

 

 Januar

 

Die Natur macht Pause. Kaum etwas scheint sich zu tun. Nur Nadelgehölze tragen noch das sympathische Grün, ansonsten ist es kalt im Garten. Die Vögel beschränken ihre Aktivität auf die notwendige Nahrungssuche und sitzen die kalte Jahreszeit möglichst aus. Von der Insektenwelt ist kaum etwas wahrzunehmen. Die Ameisen haben sich in frostsichere Tiefen zurückgezogen. Fliegen und Käfer sind zur Untermiete in wettergeschützte Spalten verschwunden. Von den staatenbildenden Fluginsekten haben nur die befruchteten dicken Wespen- und Hummelköniginnen den Spätherbst überlebt und erwarten den Frühling unter der Rinde bzw. und Mäuselöchern. 

Eine Ausnahme macht unsere Honigbiene. In stark abgeschwächter Zahl - im Sommer sind es ca. 30000 bis 40000 Tiere- existieren immerhin noch 10000 bis 15000 sogenannte Winterbienen. Da die Sammeltätigkeit vorbei ist, besteht ihre einzige Aufgabe im Moment darin, die Königin warm zu halten. In einer Traube, in deren Mitte die Königin sitzt, wird konstant eine Temperatur von ca. 28 Grad C gehalten. Diese Traube bewegt sich im Zeitlupentempo von einer Honigwabe zur nächsten. Dabei tauschen die außensitzenden mit den inneren die Plätze und ernähren sich von den Vorräten (15-20 Kg), die die Sommerbienen für sie gesammelt haben. Schon in wenigen Zentimetern Abstand herrscht Außentemperatur. Mit Kälte kommen die Tiere also ausgezeichnet zurecht. Halten wir uns vor Augen, dass es Bienen in weitaus kälteren Zonen (Kanada, Sibirien) gibt, verbieten sich Hilfsmaßnahmen wie Stroh, Decken o.ä.. Ganz im Gegenteil. Der Boden des Magazins besteht aus Draht, so das Luft ein-und austreten kann. Wäre das nicht der Fall, könnten sich Schimmelpilze entwickeln.

Fräten, slapen, wärmen, langsam gaan und - an warmen Tagen - mal kurzdraußen dolle auf`s Klo.. „dat slaht an…“ 

Bei einem derart stressfreien Leben stirbt eine Winterbiene erst nach 4-6 Monaten, die  Sommerbiene bringt es nicht einmal auf 6 Wochen, aber da ist dann auch richtig was los. 

Wie heißt es? 

Das Leben ist nicht Zeit sondern Fülle!

   

  • Wintertraube
  • Beuten im Schnee

 


 Februar

Da sitzen sie nun. Circa 10000 Bienen dichtgedrängt in einer Traube. Nicht die tiefen Temperaturen im Magazin, auch der Schnee kann Ihnen nichts anhaben. Es kommt genügend Luft hinein, der Boden nach unten ist mit einem Drahtgitter versehen. Nur der Weg für einen „Spazierflug“ nach draußen muss bei Schneeverwehung geschaffen werden. Auch das ist kein Problem für das Volk.

Wollen Sie jetzt überhaupt nach draußen? Was heißt wollen? Sie müssen! Die Kotblase ist im Laufe der Wochen prall gefüllt worden und selbstverständlich machen auch sie nicht da, wo man isst. Wenn es das Wetter einigermaßen erlaubt, fliegen die Bienen also aus, setzen ihren Kot ab und sind schnellstmöglich wieder zurück. Unglücklicherweise steuern sie manchmal zu diesem Zwecke helle Flächen an (z.B. weiße Wäsche auf der Leine, Fensterrahmen) und hinterlassen gelbe, ca. sechs Millimeter große Flecken als Gruß. Sie machen es mit ihrer Bestäubungsleistung und Honig wieder gut.

Jetzt, im Vorfrühling, stäuben an sonnigen Tagen die ersten Haselnusspollen. Auch im Bienenvolk kündigt sich die nächste Jahreszeit an. Auf „Verdacht“ legt die Königin die ersten Eier, aus denen nach zweieinhalb Tagen, gewärmt von einem dicken Teppich aus Bienen, die ersten Maden schlüpfen, die sich nach sechs Tagen verpuppen. 21 Tage nach der Eiablage ist also die erste Generation der neuen Saison da. Solange das Gelege der Königin nur faustgroß ist, besteht kein Grund zur Beunruhigung für den Imker. Auch für diese kleine Anzahl reichen die Vorräte im Stock aus.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man den Unterschied zwischen den „Neuen“ und den Winterbienen mit ihrem runden Hinterleib, in dem diese „Wärmflaschen“ ihre Fettvorräte speichern. Sie haben längst nicht die Fürsorge erfahren, die den „Neuen“ zuteil wurde: Zwischen den bestifteten Zellen ließ die Königin oft einige frei, in denen „Heizerbienen“ für extra hohe Bruttemperatur sorgten. Den höheren Wärmegraden ist es zu verdanken, dass die angrenzenden Larven später als Bienen zu herausragenden Leistungen befähigt sind, sie zu Spezialisten macht. Besonders ist ihr Geruchs- und Orientierungssinn ausgebildet. 

Im Gegensatz zu den „schlichten“ Winterbienen sind diese „intelligenteren“ Tiere deshalb die Späher des Volkes, die Nahrungsquellen auskundschaften, Geschmacksproben mitbringen und im stockdunklen Magazin mit schnellen oder langsamen Tanzbewegungen den anderen verraten, wie nah oder weit und in welche Richtung die Stockgenossinnen fliegen müssen. 

Was etwas mehr Wärme alles bewirken kann!

„Junge, halte dich warm, zieh dir ´ne Jacke über.“

Jetzt verstehe ich die Sorge meiner Oma…



  • Schnee
    Schnee
  • Beuten im Schnee
    Beuten im Schnee
  • Februar
    Februar
  • Winter
    Winter



März

Jetzt, Anfang März, geht die Sonne ziemlich genau um 7.00 h auf und um 18.00 h unter. Den Unzufriedenen sei in Erinnerung gerufen: Am 1.1. sahen wir die Sonne, wenn überhaupt, nur von halb neun bis Viertel nach vier. Ende März haben wir sie noch einmal eine Stunde früher und eine Stunde länger. Der höhere Sonnenstand und die damit verbundene intensivere Strahlung setzt die Natur in Gang: Sonnenenergie wird in den Blattgrünkörpern zu chemischer Energie, nämlich Zucker (z.B. im Nektar) und Eiweiß (z.B. im Blütenstaub), umgewandelt. Und dieser Blütenstaub (männlich) muss - Sie besinnen sich noch an die Sexualkundestunde? - auf die weibliche Narbe der Blüte, damit der Samen entstehen kann. Das geht auch ganz ohne Biene, durch Windbestäubung. Nur muss die Pflanze dann eine Unmenge Blütenstaub produzieren, damit ein Teil vom Wind zum Zielort gelangt (siehe Haselstrauch!). Verlässt die Pflanze sich auf Insekten, z. B. Bienen, kommt sie mit weniger aus. Mit auffälligen Düften und Blütenfarben, die wir zum Teil gar nicht wahrnehmen können, konkurrieren die Pflanzen. Anders als andere Insekten garantiert die Biene eine vollständige Befruchtung und damit größere Früchte (z.B. Äpfel). Dafür darf sich das Tier den Botenlohn, -zuckerhaltigen Nektar und einen großen Teil des Pollens-, behalten. Dieser wird mit Nektar verklebt und mithilfe der drei Beinpaare als meist gelbe Pakete (Pollenhöschen) an den Hinterbeinen befestigt.  Damit die Stockkollegin keinesfalls vergebens sucht, markiert die Biene die abgeerntete Blüte mit einem Duftstoff. Wieder zurück presst sie den Pollen in die Wabe und liefert den Nektar bei einer Stockbiene ab, die ihn der nächsten Arbeiterin übergibt. Circa zwanzig Mal wird die Portion weitergereicht und mit körpereigenen Stoffen versehen. Dabei dickt der süße Saft ein. Aus Nektar ist Honig geworden. Von den maximal 300 Kg Honig, der jährlich im Bienenvolk entstehen kann, wird die Brut ernährt, vor allem aber der Stock geheizt. Gut ein Zehntel bleibt uns. Ohne Imker kann unter heutigen Verhältnissen kein Bienenvolk überleben. Geben und Nehmen - das macht eine ideale Partnerbeziehung aus, nicht wahr?



  • Winterlinge
  • Weide
  • Krokusse
  • Schneeglöckchen


  April

Endlich, der April ist da, lang erwartet vom Imker, allen Garten- und Naturfreunden und den Bienen. Der Winter liefert nur noch Rückzugsgefechte. Selbst wir, die wir die Umwelt hauptsächlich über das Sinnesorgan Auge wahrnehmen, stellen mit unserem zurückgebildeten Geruchsorgan fest: Es duftet überall. 

Insekten dagegen leben in einer „Geruchswelt“. Kleinste Duftmoleküle werden von ihnen erkannt. Auch ihre Verständigung untereinander vollzieht sich fast ausnahmslos in der Geruchssprache. Um wieviel eindrucksvoller muss diese Jahreszeit auf sie wirken! Ihre Vorbereitung auf das große Blühen läuft. Die Winternotbesetzung von ca. 10 000 Tieren wird jetzt hochgefahren. Mit einem Hofstaat von Begleitbienen, die sie füttern und putzen, zieht die Königin im „Stock“dunkeln über die Waben, prüft Zustand und Größe und legt bis zu 2000 Eier pro Tag in sechseckige Zellen. 

Alles ist schon vorbereitet. Kleine Wachsplättchen, von den Bienen zwischen den Hinterleibsringen ausgeschwitzt, sind das Baumaterial für die Zellen. Wie kriegen die das bloß hin? So: Um sich herum baut die Biene eine zylinderförmige Wachsröhre. Erhöht sie ihre Körpertemperatur auf 37 - 40 Grad, beginnt das Wachs zu fließen und es entstehen Flächen, die sich zu Sechsecken anordnen. Wir erinnern uns an die Seifenblasen, die wir als Kinder gepustet haben? Wenn die Blasen aneinanderklebten, entstanden brettebene Flächen zur Nachbarblase. Und nach eben diesem Prinzip funktioniert auch der Bau der Zellen mit ihren 0.07 mm dicken Wänden. Das Sechseck ist nicht nur die stabilste Konstruktion in der Natur, sie garantiert auch, dass die umbaute Fläche optimal ist, d. h., platz-sparender lässt sich nicht bauen. Schneeweiße Waben, regelmäßig geformt, sind eine Augenweide. „Schneeweiß?  Aber unsere Wachskerze..“ mag ihnen jetzt durch den Kopf gehen. Genau wie wir kämpfen auch Bienen seit Millionen Jahren gegen Krankheitserreger. Ihre Lösung: Sie sammeln klebriges Harz, z. B. von Pappeln, Kastanienknospen und überziehen alles im Stock mit einer gelb-bräunlichen hauchdünnen Schicht. Das Wachs erscheint gelb. Pilze und Bakterien können sich auf dieser Tapete nicht ausbreiten. Imker, die wissen, wie`s geht, ernten diesen Stoff, Propolis genannt, mit dem das Bienenvolk auch Lücken abdichtet. In Alkohol gelöst, in ein Sprühfläschchen gefüllt, sprayt man sich bei ersten Schluckbeschwerden die Flüssigkeit in den Rachenraum. Zum Glück ist Propolis mit seiner antibakteriellen und fungiziden Wirkung medizinisch untersucht. Es hilft, auch wenn man nicht dran glaubt.. und das ist nicht bei jedem Naturheilmittel so.

Also: Imker mit Rotznase? - Schande der Innung!

  • Brutwabe
  • Stifte
  • Propolis, es wird gebohnert
  • Naturwabe
  • Bienen ketten beim Wabenbau


Mai

 Im Wonnemonat scheint das Bienenvolk aus allen Nähten zu platzen. Trotz aufgesetzter Honigzarge, dem Vorratslager, wird es eng im Magazin. Kaum noch zählbar sind die Sammlerinnen, die ihre süße Last an die Stockbienen weitergeben. Und doch wächst die Menge der Arbeitslosen an. Unruhe entsteht. Höchste Zeit für den Imker, einen Brutableger zu bilden. Wenn nicht, macht dies das Volk selbst.
Gut ein Drittel will schwärmen. Nur eine nicht, die Königin. In ihrem Zustand, d.h., mit dem durch die Eierstöcke aufgequollenen Hinterleib kann sie auch gar nicht. Majestät ist übergewichtig.
Was tun? Das Volk setzt sie auf Diät, sprich, sie wird nicht mehr gefüttert. Zusätzlich verpasst man ihr ein Fitnessprogramm. Die Bienen machen ihr Beine, sie jagen sie über die Waben. Das Ergebnis lässt sich sehen: Schlank und rank wie in Jugendzeiten wird die füllige Matrone. Zwar hat sie immer noch keine Lust den Palast zu verlassen, doch junge Prinzessinnen sitzen schon in den Startlöchern, um das Erbe anzutreten. Wenige Tage vor ihrem Schlupf drängt und schiebt und zieht man die „Alte“ zum Flugloch. Hier wird sie bereits von hoch aufgeregten, auf- und abfliegenden Untertanen erwartet. Hinter ihr staut sich der Rest der schwarmbereiten Bienen. Endlich, der Schwarm hebt ab. Ein beunruhigendes lautes Brausen erfüllt die Luft, wenn die riesige Wolke abhebt. Ein Naturereignis, für manche Menschen mit beängstigender Wirkung, unvergesslich für jeden Betrachter.
Wo geht`s hin? Schon nach wenigen Metern bildet der Mix aus jungen, mittleren und älteren Bienen an einem Busch oder Baum eine Traube. Ausgesendete Späher teilen dem Volk mit, ob, wo und was sie gefunden haben. Der beste Vorschlag setzt sich nach ausgiebiger Begutachtung weiterer Schwarmmitglieder durch. Der Umzug beginnt. Finden sie nichts, zieht der Schwarm weiter.
Bis dahin hatte der Imker die Chance, den festsitzenden Schwarm mit Wasser einzusprühen. So lässt er sich mit einem kräftigen Ruck in ein bereitgestelltes Behältnis schütteln. Ist die Königin dabei, finden sich nach einiger Zeit auch alle noch freifliegenden Schwarmbienen ein. Deckel zu, das neue Volk ist gesichert.
Wie man am schnellsten und kostenlos zu einem Bienenvolk kommt?
Fangen sie sich den Schwarm. Er gehört nach deutschem Recht demjenigen, der ihn als Erster beansprucht…
Von wegen!!!
Ohne imkerliche Kenntnisse werden sie keinen Spaß an dem Volk haben, es wird jämmerlich zugrunde gehen.
Also: Einen Imker oder den örtlichen Imkerverein anrufen.

Juni

Mit der Hälfte des Volkes ist die alte Königin abgeschwärmt. Der Thron ist verwaist. Und jetzt? Natürlich geht es nicht ohne sie, biologisch gesehen, den „Eierstock“ des Volkes. Aber die Bienen haben ja schon vorgesorgt. Mehrere deutlich größere Zellen findet man jetzt auf den Waben. Noch sind sie verdeckelt. Ihr Inhalt, die jungen Prinzessinnen, sind aus ganz normalen befruchteten Eiern entstanden, bekamen aber für ihre Entwicklung zur Königin einen speziellen Futtersaft, das Gelee Royale, und zwar ausschließlich. Nach 15 Tagen schlüpft die erste Jungkönigin.

Wer jetzt aufmerksam genug ist, hört ihr leises „Tüten“. Es bedeutet den anderen Prinzessinnen, aber auch denen beim Schlupf behilflichen Hebammen: Arbeit einstellen, sonst kommt es zum Showdown! Meist verlässt die Erste mit einem Nachschwarm von Bienen das Nest für immer und bildet so einen zweiten Ableger. 

Wenn das Wetter es zulässt, macht sich eine Jungkönigin zum Hochzeitsflug bereit. Keineswegs allein. Einige „Anstandsdamen“ begleiten sie. Zielsicher durch den Geruch geleitet fliegt das Grüppchen los. Die liebestollen Junggesellen warten schon auf Hochzeitsmärkten, den Drohnensammelplätzen, die kilometerweit entfernt sind. Nur männliche Tiere, deren Geruch belegt, dass sie keine Verwandten sind, sollen zum Zuge kommen. Die Anstandsdamen haben alle "sechs Hände" voll zu tun. 

Zurück im Stock. Die nächste Königin macht sich bereit. Vielleicht verunglückt die ältere Schwester ja… Die hochzeitet gerade. Einem kräftigen Drohn ist es gelungen sie einzuholen, festzuhalten und zu begatten - und das alles im Fluge. Hat er seinen Samenvorrat entleert - wären wir dabei, könnten wir es sogar hören - implodiert der arme Kerl. „Mors in Coitus“ heißt wohl der medizinische Ausdruck für so einen Todesfall. Immerhin ein schöner Tod, oder? 

Für die Königin hat der Spaß noch lange kein Ende. Der nächste Herr ist da. Rund zwanzig Mal hat sie das Vergnügen! Auch die tollste Party geht einmal zu Ende und in den Stock zurückgekehrt muss sie sich eventuell gegen die jüngeren Schwestern behaupten. Dann ist endlich wieder Ruhe im Volk. Die „gereifte Frau“ beginnt mit dem, was sie bis an ihr Lebensende tun wird, „Hausarbeit“, d.h. Eier in Zellen legen. Ja, die Party war toll, und das alles während des Fliegens. Na gut.
Immerhin sind wir Menschen die einzigen Lebewesen, die im Fluge eine warme Mahlzeit zu sich nehmen können, sagt Loriot…

  • Schwarmlust! Viele Weiselzellen
  • offene Weiselzelle, Larve wird gefüttert
  • Verdeckelte Weiselzelle
  • Geschlüpfte Königin
  • Der dicke Drohn
  • begattete Königin
  • Gezeichnete Königin
  • Stifte der Königin
  • Tolles Brutbrett


Juli

Endlich Juli. Der Imker atmet auf. Die Schwarmzeit, in der die Bienen neue Königinnen produzieren, ist vorbei. Eineinhalb Monate lang musste jedes Volk einmal in der Woche auf Weiselzellen, in denen die neuen Königinnen heranwachsen, kontrolliert werden. Waben mit diesen ca. 2 cm langen Gebilden wurden entnommen, um ein Nachwuchsvölkchen entstehen zu lassen.
„3,5,8 - die Königin ist gemacht“, lautet der Reim, der jedem Bienenzüchter geläufig ist: Ca.3 Tage ist der Nachwuchs in Form eines Eies vorhanden, Stift genannt. Daraus schlüpft dann eine Made, die 5 Tage im Futtersaft, den die Ammenbiene ausscheidet, schwimmt und wächst, um dann in einem Kokon zur „Puppe“ zu werden. 8 Tage dauert dieses Stadium, dann schlüpft die fertige Königin. 15 Tage also, wenn sie mitgezählt haben.
Immerhin 21 Tage braucht die normale Arbeitsbiene. Sie bekommt nur anfänglich die königliche Nahrung, Gelee Royale genannt und danach unkomplizierte Hausmannskost.
Diese Nahrung erhalten ebenfalls die Drohnen, die sich aus unbefruchteten Eiern entwickeln. Sie brauchen sogar 24 Tage - Männer sind scheinbar etwas komplizierter…
Während man früher glaubte, die Königin entscheide, welcher Nachwuchs und wie viel produziert wird, weiß man heute, es sind die Stockbienen, indem sie die Form der Zellen vorgeben. In die normal großen Zellen legt die Königin nach dem Ausmessen mit den Beinen die befruchteten Eier. Ertastet sie größere Zellen, legt sie zwanghaft unbefruchtete Eier hinein, aus denen sich, wie gesagt, Drohnen entwickeln.
Die vielen Einzellebewesen, die im „Stockdunklem“ leben und sich mit Hilfe von Geruchsabsonderungen (Pheromonen) und Vibrationen unterhalten, nennt der Biologe „BIEN“.
Der Bien, also die Gesamtheit aller Lebewesen, wird als ein großer Organismus betrachtet. Für sich allein ist keines der drei Bienenwesen längere Zeit lebensfähig. Superorganismus heißt diese höchstentwickelte Lebensform, in der das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.
Denn nur dieses Ganze, der Bien, schafft es, die Temperatur zu regulieren, den Wabenbau anzulegen, die Hygiene im Volk aufrechtzuerhalten.
Sind z. B. die Honigzellen fast gefüllt, werden den Sammlerinnen ihre Lasten nur noch zögerlich abgenommen. Ist es zu heiß, treten einzelne Bienen in Aktion, die Wasser sammeln und es dünn im Stock verteilen, die Verdunstung senkt die Temperatur. Andere sitzen am Flugloch und ventilieren zu warme Luft nach draußen. Ist es zu kalt, erzeugen sie im Stock durch Muskelzittern Wärme.
Lauter kleine Bausteine mit begrenzten Fähigkeiten bilden zusammen eine gemeinschaftliche Intelligenz, seit Millionen Jahren.
Im Computerzeitalter beginnt die Intelligenz von uns Einzellebewesen  sich zu vernetzen. Damit seien auch wir auf dem Weg zu einem weltumspannenden Superorganismus, behaupten Wissenschaftler.  

  • Königin wird gezeichnet
  • Stifte
  • Eine schöne Brutwabe
  • Ein dicker Drohn
  • Drohnen schlüpfen
  • Wir ventilieren
  • Blick in eine Bienenkiste
  • Wabenbau
  • Beute für einen Ableger


 

August

 

Wolltest du eben das böse Wort sagen?“ „Äh- nein- äh, ich wollte ´Scheibenhonig´ sagen. Ich habe gerade an die Bienen dort drüben im Stülper gedacht“, log ich meine
Enkelin an. Da hatte ich jemanden neugierig gemacht. „Zeig´ mir mal,“ bat sie mich. 

Der Stülper, ein 5 cm dicker Roggenstrick, in gut 30 Stunden Arbeit zu einem ´Bienenkorb´ geformt, hatte tatsächlich etwas mit dem bösen Wort zu tun. Der letzte Arbeitsgang besteht darin, mit Kuhsch…, die von Weidevieh sein muss, zu verputzen. Ein kleines Schwarmvölkchen, das ich hier einquartierte, hatte bereits Wachs zwischen den Hinterleibsringen ausgeschwitzt und daraus die ersten Waben gebaut. In den entstandenen hauchdünnen Zellen wird später Honig eingelagert. Einmal gefüllt, kann der Imker sie herausschneiden und ganz oder stückweise verkaufen. So wurde zur Zeit meines Großvaters der Honig im Krämerladen angeboten. „Wabenhonig im Naturbau“ heißt das Produkt dann. Heute, alles wiederholt sich, ist Wabenhonig ´in´. Ein Hotel, das auf sich hält, bietet Rähmchen mit Naturbauwaben zum Frühstück. Der Gast nimmt sich seine Portion aus der Wabe. Das Wachsgebilde, es ist ohnehin hauchdünn, kann mit verzehrt werden. Scheibenhonig darf man die Naturwabe nur dann nennen, wenn der Inhalt Heidehonig ist. Auf diese Delikatesse muss die Enkelin noch bis September warten.

Geht es um ´normalen´ Honig erspart der Imker gern den Bienen den Eigenbau von Waben. Eine Platte, aus Bienenwachs gepresst, wird im gedrahteten Rähmchen befestigt und von Baubienen beidseitig zu Zellen ausgezogen. Wachs ist kostbar. Um ein Gramm Wachs herzustellen, verbraucht die Biene ca. die 10fache Menge Honig. Noch heute ist die Bienenwachskerze ein Luxusprodukt.
Zurück zum Rähmchen. Der Draht, vergleichbar mit der Eisenmatte im Beton, stabilisiert die Wabe auch in der Honigschleuder, in die sie nach der Bearbeitung mit der Entdecklungsgabel kommt. Was für eine Freude, wenn der Honig dann im dicken, duftenden Strahl aus der Schleuder läuft und das erste von drei Sieben passiert.
Er ist selbstverständlich auch rein im Sinne von ´unvermischt´ mit Fremdhonigen aus sonst woher. Vor allem nicht über 40 Grad C erhitzt, denn das schädigt die wertvollen Inhaltsstoffe. In der folgenden Zeit muss täglich gerührt werden, um eine feine Konsistenz zu erreichen. Grobe Kristalle sind im Honig unerwünscht.
Wenn dann auch noch Wassergehalt, HMF- und Invertasewerte hervorragend sind, kann der Imker ihn bei der Honigprämierung des Deutschen Imkerbundes präsentieren und beurteilen lassen.  
Die erstaunlichste Leistung bringen natürlich die Bienen. Ca. 30 mg Nektar fasst ihr Honigmagen. Stellen sie sich vor, sie müssten das Schwimmbecken des Freibades mit Eierbechern voll Wasser füllen!
Und dann klaut der Imker ihnen auch noch das Gesammelte?
Jawohl, und das ist gut so!
Der Ersatz, den er bietet, (3 Teile Zucker in 2 Teilen Wasser gelöst), enthält viel weniger Ballaststoffe. Den Kot, Bienen sind äußerst reinlich, setzen die Tiere auch im Winter draußen ab.  Je seltener sie ´raus müssen, desto geringer ist die Erfrierungsgefahr.
Ich musste als Kind, daran erinnere ich mich noch gut, im Winter im Dunklen über den Hof aufs Plumpsklo. Auch bei größter Kälte. Da habe ich immer gedacht: „Die finden dich nachher, erfroren… und das mit nacktem Hintern!“


  • Honigernte
  • Verdeckelte Honigwabe
  • Entdeckeln
  • Entdeckeln
  • Blick in die Schleuder
  • Honig läuft aus der Schleuder
  • In das Doppelsieb
  • Durch 2 Spitzsiebe in den Hobbock
  • Stülper
  • Wabenbau im Stülper
  • Blick in den Stülper
  • Naturwabenbau für Wabenhonig
  • Wabenhonig, Wabe kann man mitessen
  • Scheibenhonig, Heidehonig in der Naturwabe
  • fleißige Bienen!
  

 September- " Königinnenmord"

Die Zeit des großen Blühens ist vorbei. Nach der Sommersonnenwende hat sich das Nahrungsangebot für die Bienen ständig verringert. Doch in der Stadt gibt es immer noch Trachtquellen: Goldrute, Springkraut, Knöterichgewächse, Efeu, wilder Wein und die Angebote in den Kleingärten werden von den Bienen angeflogen. Glückliche Stadtbienen, glückliche Stadtimker. Auf dem Lande sieht es anders aus. Nach der Lindenblüte finden die Völker dort nur noch "Läppertrachten" und stellen sich darauf ein.

Das Brutnest wird deutlich kleiner, der Imker versorgt die Bienen mit dem ersten Winterfutter. Der Blick ins Volk ist immer spannend.

Keines ist wie das andere. Sie unterscheiden sich nicht nur durch den Stand der Entwicklung, sondern auch durch ihr „Temperament“.
Am Körpergeruch- ihr Geruchsvermögen übertrifft das der Hunde um ein Vielfaches- erkennt das Volk den Imker wieder. Hat er beim letzten Besuch die Artgenossen
verärgert, wird er möglicherweise beim nächsten bestraft.
„Die sind heute aber aggressiv“, sage ich dann. „Bei mir waren sie es nicht“, antwortet meine Frau. Hm, naja… ich schweige schuldbewusst.

 In dem Gewusel bei 30-40 Tausend die Königin zu finden, ist für den geübten Imker nicht so schwer wie vermutet. Auf Rähmchen mit frischer Brut hält sie sich bevorzugt auf. Bewegen sich die Arbeitsbienen dann noch besonders entspannt, weiß man: Hier wird sie sein. Und so ist es meist - aber nicht immer! Eine einzelne verlassene Weiselzelle, in der Mitte der Wabe, zeigt an: „Königinnenmord“. 

 Unbemerkt vom Imker hat das Volk umgeweiselt, d.h. sich eine „Neue“ herangezogen. Und die „Alte“? Offensichtlich war man nicht mehr mit ihr zufrieden, hat den Eierstock auf sechs Beinen abgestochen und durch einen neuen ersetzt. Das kommt vor allem dann vor, wenn die Königin keinen ausreichenden Spermienvorrat mehr besitzt und vermehrt Drohnen produziert, die ja aus den unbefruchteten Eiern entstehen. Der Imker beugt dem möglichst vor.

 Im Bieneninstitut Celle kann er sich frisch geschlüpfte Maden von ausgewählten Völkern holen. Auf einem Zuchtrahmen kommen sie in ein vorbereitetes Volk. Nach 12 Tagen schlüpfen die neuen Königinnen und werden mit einigen Bienen in kleinen Begattungskästen vereinzelt. Von dort aus startet wenige Tage später die jungfräuliche Königin den Hochzeitsflug und kann danach in einem fremden Bienenvolk eine alte ausgediente ersetzen. Celler Königinnen sind besonders auf Friedfertigkeit gezüchtet und geben diese Eigenschaften ihre Nachkommen weiter. Immer seltener gibt es deshalb „Wildwuchs“,sogenannte „Stechervölker“, die zu Wilhelm Buschs Zeiten noch sehr verbreitet waren. Diesen Völkern sollte man sich nur zu zweit nähern.. und dabei genau wissen, dass die zweite Person langsamer läuft… 

  • Septemberkraut
  • Weiselzellen im Zuchtrahmen
  • Königin


 Oktober - " Das Bienensterben"

“Ich habe in letzter Zeit so viel vom Bienensterben gehört. Ohne Bienen bricht nach drei bis vier  Jahren unsere Zivilisation zusammen, sagt Albert Einstein.“ So beginnen viele Gespräche. Ja, wer würde es wagen, Einstein zu widersprechen? Aber: Erstens ist der Satz, der ihm zugeschrieben wird, nicht wirklich belegt. Zweitens ist er ein genialer Physiker. Drittens haben viele von uns den Zusammenbruch des menschlichen Zusammenlebens auch schon erwartet, als man sich über die Bevölkerungsexplosion Gedanken machte oder als das Waldsterben durch die Medien ging. 

Alles Schauermärchen also? Durchaus nicht. Doch die gespenstische Konsequenz: „Bald ist alles zu Ende“, sollte man nicht ziehen.

Vielleicht doch lieber ein „Apfelbäumchen“ pflanzen und es in so einem Falle per Handbestäuben? Denn Wildbienen können die Honigbiene nicht vollständig ersetzen. Das bedeutet, ein Apfel wäre klein und ein teures Luxusgut.
Was ist nun dran am Bienensterben? 
Vor gut 30 Jahren ist in Europa ein Bienenparasit aus Asien eingeschleppt worden, mit dem unsere Völker nicht klar kommen. Mittlerweile ist er, bis auf Australien, auf der ganzen Welt verbreitet. Tut der Imker nichts gegen diese Milbe, sind seine Bienenvölker nach zwei Jahren tot. Dabei ist es noch nicht einmal der Bienenblutsauger,- bekannt unter dem Namen Varroa Milbe -, allein, der das Volk umbringt. Durch seine Einstichstellen können verschiedene Viren in den Bienenkörper gelangen. Das Volk kann zusammenbrechen.
Oft stellt dann der Imker fassungslos fest: „Die sind von heut auf morgen alle weggeflogen“ oder „Bis auf eine Handvoll sind alle tot. Das war mein stärkstes Volk!“.
Vor wenigen Jahren starben in Niedersachsen gut ein Viertel aller Völker. Doch manche Imker hatten keine Verluste durch die Varroa Milbe. Der Blutsauger vermehrt sich bevorzugt in der Bienenbrut. Dabei zieht er die größeren Drohnenlarven der kleineren Arbeiterinnenbrut vor. Verzichtet der Imker auf solche „Drohnenbrutbretter“, indem er sie ausschneidet und vernichtet, (keine Angst, es bleiben immer noch genügend Drohnen übrig), sind rund 80 % der Milben dahin. Außerdem sollten die Bienen, die einen neuen Ableger bilden, nach der Entnahme aus dem Volk mit Milchsäure „entlaust“, also von den Parasiten befreit werden. Dann kann sich das Jungvolk unbelastet entwickeln.
Eine weitere Behandlung erfolgt nach der Honigernte. Ein Schwammtuch, wie wir es aus dem Haushalt kennen, wird mit Ameisensäure beträufelt und auf das Bienenvolk gelegt. Bei fachgerechter Anwendung sterben so fast alle Varroen ab. Übrigens verfahren Vögel, die ihre Parasiten im Federkleid loswerden wollen, nach dem gleichen Prinzip: Sie setzen sich kurzzeitig auf einen Ameisenhaufen und lassen sich von den aufgebrachten Insekten die Ameisensäure zwischen die Federn spritzen.
Im Dezember findet der letzte Behandlungsschritt statt: Oxalsäure, die ja auch im Rhabarber enthalten ist, wird auf die in einer engen Traube sitzenden Bienen geträufelt.
Resultat im Frühjahr: keine Völkerverluste durch die Milbe!
Leider ist das Bekämpfungskonzept wohl noch nicht jedem Imker bekannt oder es wird zu luschig gearbeitet. Dann wandern in der nächsten Saison wieder Varroen in die „sauberen“ Völker ein. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
…„luschig“, dabei fällt mir ein: Ich wollte doch schon letzte Woche das Springkraut an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn entfernen. Nun aber los! 

  • Drohnenbrut
  • Ameisensäurebehandlung


    November - "Honig"








„Und wie weit fliegen die Sammelbienen?“ Die Frage lässt sich jetzt recht genau beantworten: Als der Silo einer norddeutschen Zuckerfabrik in Brand geriet und mit Unmengen Wasser gelöscht werden musste, war das ein „gefundenes Fressen“ für die Bienenvölker der Umgebung. Aus einer Entfernung von bis zu 8 km kamen sie geflogen und trugen die schwärzlich verfärbte Zuckerpampe ein. Für die betroffenen Imker eine Katastrophe, ihr Honig war nicht mehr verkehrsfähig.

Eine lohnende Tracht wird von Bienen, wenn es in der Nähe nur „Kleinkram“ gibt, auch auf weitere Entfernungen angeflogen. So mancher Stadtimker staunt nicht schlecht, wenn er plötzlich Rapshonig erntet.
Hummeln machen es anders. Die schlechten Flieger ernten um das Nest alles konsequent ab. Aber ihr Ertrag, ein Mischmasch, ist dementsprechend gering.
Und Bienen sind blütenstet. Blühen die Obstbäume, setzt der Imker die erste Honigzarge auf und kann nach ca. drei Wochen Frühjahrshonig ernten. Nach der Ernte des Rapshonigs schließt sich die 14-tägige Blüte der Robinie, eine Baumart, die auch falsche Akazie genannt wird, an. Schnell runter mit dem Honig, denn es folgt übergangslos die ca. vier Wochen dauernde Blütezeit der Lindenarten. Im August blüht die Besenheide, viele Imker wandern mit ihren Völker auf die begehrten Standplätze in der Lüneburger Heide.
Sie haben gemerkt: überwiegend Bäume! Massentracht eben, die dem Imker sogenannte Sortenhonige beschert. Sie unterscheiden sich durch Geruch, Geschmack und Farbe und bestehen doch alle aus vor allem zwei Zuckerarten. Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose) sind auch entscheidend für die Konsistenz des Honigs. Überwiegt der Fruchtzucker, wie beim Robinienhonig, ist dieser eher flüssig, ist der Traubenzucker stark vertreten ist er fest wie Rapshonig. Heidehonig ist gelatinös. Dieser Honig wird gerne in der Naturwabe angeboten, er läuft nicht aus, hat ein sehr würziges Aroma und wird in Scheiben auf das Butterbrot gelegt.
Geschleuderter Honig wird nicht einfach abgefüllt. Im Honig bilden sich grobe Zuckerkristalle, die zwischen den Zähnen knirschen würden. Durch tägliches Rühren, dies kann auch mal drei Wochen dauern, beugt der Imker dem vor und erhält einen feincremigen Honig ohne spürbare Kristalle. So behandelt behält er seinen Zustand über einen längeren Zeitraum. Sehr lange Lagerung und Temperaturschwankungen können Veränderungen bewirken, es bilden sich unter Umständen wieder Kristalle, der Honig kann sich entmischen - oben der flüssige Fruchtzucker darunter der grobkörnige Traubenzucker.
Aber kein Problem: Sie können den ursprünglichen Zustand wieder herstellen, indem sie das Glas in ein Wasserbad (nicht über 40 Grad C) oder auf die Heizung stellen und entmischten Honig einfach gut umrühren.
Bewahren sie Honig stets gut verschlossen auf, er nimmt Luftfeuchtigkeit und Gerüche schnell an, lagern sie ihn dunkel und kühl.
Das Reinheitsgebot für deutsches Bier liegt bekanntlich über der EU-Norm. Auch deutscher Honig hat nach den strengen Richtlinien unseres Imkerbundes eine höhere Qualität als es die EU-Norm vorschreibt.
Vielleicht achten sie beim nächsten Einkauf einmal auf Folgendes: 75% der angebotenen Honige sind Mischhonige aus „EU und nicht EU-Ländern“, kommen zum Teil aus Übersee und haben dementsprechend lange Transportwege hinter sich. Sie werden lediglich in Deutschland abgefüllt!
Beim Kauf der Imkerhonige aus Deutschland unterstützen sie darüber hinaus die Bestäubungsleistung unserer Bienen!
Seitdem es Menschen gibt, schätzt man die Bienen. Das älteste Dokument der Honigjagd ist eine steinzeitliche Höhlenzeichnung in Spanien. Umschwirrt von Honiganzeigervögeln sammelt eine Frau in der Felswand die Honigwaben. Und noch heute legt die N´kang-Frau in Südafrika bei der Partnerwahl auf zwei Talente ihres Ehemannes wert: Ein tüchtiger Jäger muss er sein und ein erfolgreicher Honigsammler.
Vielleicht sollten unsere unverheirateten Jungimker bei der nächsten Kontaktanzeige dies bedenken…

  • Kornelkirsche
  • Scilla
  • Frühjahr
  • Vergissmeinnicht
  • Mirabellenblüte
  • Obstblüte
  • Am Rapsfeld
  • Raps
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Dezember- " Bienen machen glücklich"

Es ist still geworden bei den Bienen. Gut vorbereitet, d. h. mit abgespeckter Besatzung und ausreichenden Vorräten überwintern sie im trockenen, nach unten belüfteten Magazin. Sind diese Bedingungen erfüllt, kann ihnen auch größte Kälte nichts anhaben. 

Und der Imker? Zum Glück ist er nicht völlig arbeitslos. Mit einem Netz schützt er die Magazinvölker gegen den Specht, ein Gitter oder Fluglochverschlusskeil verwehrt Mäusen und Spitzmäusen den Zugang zu den nun fast bewegungslosen Tieren. Neue Rähmchen müssen erstellt werden, Zargen werden bemalt. In dieser Zeit läuft auch der Honigverkauf besonders gut. Bei der Kerzenproduktion erinnert der Wachsgeruch an die vergangenen Jahresabschnitte.

Nein, das Jahr ist nicht einfach heruntergeplätschert. Bewusst und intensiv haben wir seinen Wandel erlebt, haben immer wieder gestaunt und uns gefreut. Auch die Jungimker haben sich verändert, haben bedachtes und ruhiges Arbeiten gelernt, ihre Bewegungen entschleunigt, denn anders kann man mit den Bienen nicht arbeiten. Hier gibt es kein Multitasking: Handeln muss entdoppelt werden und Konzentration ist angesagt, sonst „bestrafen“ die Bienen auf ihre eigene Art. Ganz ohne Stiche geht es nicht. Man lernt immer dazu und lernt auch, solche Vorkommnisse nicht zu dramatisieren.
Welche Freude bereitet diese Symbiose zwischen Mensch und Tier, das selbst bestimmte sinnvolle Handeln, das Gestalten und Züchten und der Stolz auf das geerntete, unverfälschte Naturprodukt! Neue Bekanntschaften werden gemacht. Man tauscht Honig gegen frisch gefangene Fische, gegen Eier von freilaufenden Hühnern, gegen eben gestochenen Spargel…
Versehen mit einem Schleier trauen sich auch eher ängstliche, aber neugierige Spaziergänger an die Bienen heran und werfen einen Blick in das geöffnete Volk. Ihre Faszination mitzuerleben, ist für uns immer ein schönes Erlebnis.
Ja, Bienen machen glücklich. Das heißt natürlich nicht, dass jeder der nach Glück strebt, auch Imker werden muss.
Aber das selbst gebaute Insektenhotel, der Blühstreifen, die angelegte Wildwiese verändern nicht nur die Welt eine Winzigkeit hin zum Besseren, sondern auch den Handelnden. Denn das gestaltete Stück Natur macht sensibler für die darin stattfindenden Lebensvorgänge, bereichert an Erfahrung, erzeugt Dankbarkeit für die Schöpfung - macht eben glücklich. 

Glück hin, Glück her - Imker auf der ganzen Welt können eines bestätigen:  

 „Bienen sind gefährlich“!!
… wenn man einmal angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los! 


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